Germanische Mythologie

  
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Germanische Götter: Wodan heilt Balders Pferd von Emil Doepler, 1905


Die germanische Mythologie oder Sagenwelt (bzw. germanischer Götterglaube oder germanische Religion) befaßt sich mit der Mythologie und Religion des traditionellen, naturbezogenen Volksglaubens der Urgermanen und Germanen sowie den dazu in Ergänzung stehenden Kulturwerten und Riten. Es gibt überregionale Gemeinsamkeiten, aber auch regionale Unterschiede in der Art und Weise der gelebten Glaubensanschauung, wie sie sich insbesondere von der Eisenzeit bis zur Zeit der Völkerwanderung entwickelt hatte. Die oftmals auf kriegerischem Wege erwirkte Christianisierung, wie sie u. a. von dem angelsächsischen Benediktinermönch Bonifatius angeführt wurde und im Zuge der Sachsenkriege Karls des Großen einen Höhepunkt erreichte, bedeutete den Beginn des Niedergangs des traditionellen, germanischen Volksglaubens. Die germanische Mythologie als übergeordnetes Fach steht in engem Zusammenhang mit den reichhaltigen Überlieferungen der nordischen Mythologie.



Die Glaubensanschauung


Die neun Welten

Gemäß germanischem, vorchristlichem Glauben ist die Welt aus dem aufkeimenden Weltenbaum, auch Weltenesche Yggdrasil bzw. Irminsul genannt, entstanden und wird durch diesen mit insgesamt neun, untereinander kommunizierenden Welten repräsentiert. Die Welten lauten wie folgt:

Oberwelt:
  • Lichtalfheim (Lichtelfenheim): das Reich der Lichtelfen und Naturgeister
  •   Vanaheim: der Wohnsitz des Göttergeschlechts der Wanen
  •   Asgard: der Wohnsitz des Göttergeschlechts der Asen

Mittelwelt
  • Muspelheim: das Reich der Feuerriesen (in manchen Quellen auch der Unterwelt zugeordnet)
  • Niflheim: der Wohnsitz des Drachen Nidhögg (in manchen Quellen auch der Unterwelt zugeordnet)
  • Midgard: das Reich der Mitte, wo die Menschen leben

Unterwelt:
  • Niflhel (Nebelhöhle oder -hölle): das Reich der Dunkelheit und Kälte, welches der Wohnsitz der Göttin Hel (Helheim) ist; Stätte aller gestorbenen Menschen, welche nicht den Heldentod im Kampf gestorben sind
  • Jötunheim: das Land der Frostriesen und Trolle (in manchen Quellen auch der Mittelwelt zugeordnet)
  • Svartalfheim (Schwarzelfenheim): das Reich der Dunkelelfen und Zwerge

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Germanische Schöpfungsgeschichte: „Die drei Söhne des Mannus“, Zeichnung von Carl Larsson, 1893


Das Weltbild

Dem germanischen Glauben zufolge repräsentiert die Weltesche bzw. der Weltenbaum Yggdrasill neun Welten auf drei Hauptebenen. In der oberen, überirdischen Ebene befindet sich Asgard, das Reich der Asen, Wanaheim, das Reich der Wanen und Lichtalfenheim, das Reich der Lichtalfen bzw. Lichtelfen. In der Mitte der zweiten, irdischen Ebene befindet sich Midgard, wo die Menschen leben. Jötunheim, das Reich der Riesen wird der irdischen, manchmal auch der unterirdischen Welt zugeordnet. Im Norden der zweiten Ebene befindet sich Niflheim, die Welt des Nebels, wo die Quellströme Eliwagar aus dem Brunnen Hvergelmir hervorgehen, und im Süden befindet sich Muspelheim, welches vom Feuerriesen Surtur beherrscht wird. NifIheim und Muspelheim werden gelegentlich auch der Unterweltebene zugeordnet. Schwarzalfenheim, das Reich der Zwerge und Niflhel bzw. Helheim, wo die Göttin Hel herrscht, gehören zur unteren Ebene, d. h. der unterirdischen Welt. Nach Helheim kommen alle Menschen, die nicht im Kampfe fallen und somit nicht nach Walhall kommen.

Der Weltenbaum


Die Weltesche Yggdrasill, auch Weltenbaum genannt, ist als Träger aller Dinge Grundbestandteil der germanischen Mythologie. Ihr Aufkeimen in dem einst vollkommen leeren Ginungagap zwischen dem eiskalten Niflheim und dem feuerheißen Muspelheim bedeutet den Anfang der Schöpfung des irdischen Lebens einschließlich Gut und Böse. An ihren Wurzeln nagt das Böse in Form der Schlange Nidhöggr. Das Böse in der Welt wird neben Nidhöggr von vier Hirschen symbolisiert, die unablässig die frischen Triebe Yggdrasills abnagen. Ganz oben in den Wipfeln der Weltesche lebt ein Adler, zwischen dessen Augen ein Habicht nistet. Der Adler lag mit Nidhöggr im Streit, so daß es die Aufgabe des Eichhörnchens Ratatwisker war, Beleidigungen vom Wipfel zu den Wurzeln Yggdrasills zu überbringen. Ebenfalls in der immergrünen Krone weidet die Ziege Heidrun, aus deren Euter unendlich viel Met entströmt, so daß alle gefallenen Helden in Walhall davon trinken können. Der Hirsch Eikthyrnir weidet ebenfalls dort; von seinem Geweih strömen stetig Regenschauer in den in Niflheim befindlichen Brunnen Hvergelmir, aus dem die Flüsse der Welt entspringen.

In der Krone des Weltenbaumes, wo das Göttergeschlecht der Asen weilt, befindet sich auch Walhall, fälschlich oftmals als Walhalla bezeichnet. Es ist die größte Halle in Wodans Burg Gladsheim. Sie hat 540 Tore, von denen jedes so breit ist, daß 800 Krieger in guter Ordnung aus- und einmarschieren können. Die Wände Walhalls bestehen aus purem Gold, die wiederum mit goldenen Schilden, Speeren und Waffen aller Art verziert sind. In Walhall befinden sich all die im Kampfe gefallenen Helden. Sie sind die Einherjer und sollen bei der Götterdämmerung an Wodans Seite gegen das Riesenheer kämpfen. Während ihres Aufenthalts in Wodans Burg erfreuen sie sich an Kämpfen, am Met, welches die Ziege Heidrun liefert und am Fleisch des immer wiederkehrenden Ebers Sährimnir, der jeden Morgen erlegt wird, abends jedoch wieder unversehrt in den Wald zurückkehrt. Dieser Wald, der Hain Glasir, wurde von den Göttern selbst aus purem Gold erschaffen.

Die Wurzeln des Weltenbaumes

Yggdrasill hat drei Wurzeln, die tief in die Erde ragen. Unter der ersten Wurzel befindet sich Helheim, ein dunkler Ort, wohin die Toten kommen; ausgenommen die Kriegsgefallenen, welche als Helden nach Walhall kommen. Nach Helheim gelangt man, indem man den schwarzen Fluß Slidur überquert. Ihn überspannt die von Zwergen aus purem Gold erbaute Giöllbrücke; diese wird von der Wächterin Modguder bewacht, deren Name „Seelenkampf“ bedeutet. Nur wer zu Lebzeiten kein schlechter Mensch gewesen ist, kommt nach Helheim und darf in Hels Haus wohnen und an reich gedeckten Tischen speisen. Wer allerdings ein schlechter Mensch war, kommt in die Halle der Schrecken und der Pein; dort wird er in einen schlammigen Fluß geworfen, dessen Wogen so scharf wie Klingen sind, so daß die Opfer übel zugerichtet werden. Die schlimmsten Verbrecher allerdings erwartet Nastrand; das ist der Ort, an dem Nidhögger mit seiner Sippe lebt. Ein schrecklicheres Los ist kaum vorstellbar.

Unter der zweiten Wurzel befindet sich Mimirs Brunnen, aus dem der Wasserriese Mimir täglich trinkt und somit unendliche Weisheit erlangt. Wodan gab einst bei einem Besuch Mimirs sein Auge, um aus dem Brunnen trinken zu dürfen. Somit erlangte er die Weisheit, Ragnarök, die Götterdämmerung, vorherzusehen.

Unter der dritten Wurzel, die sich in Midgard befindet, entspringt der Nornen- oder auch Urdsbrunnen. Er liegt in einer von heiligem Wasser überfluteten Felsenhalle, dem Haus der Schicksalsschwestern, der Nornen. Sie sind drei Riesenjungfrauen, die Runen schnitzen und Weben und somit das Schicksal der Menschen auf Erden und der Götter bestimmen, welche nach dem „Goldenen Zeitalter“ durch Kampf und Tod ihre Unschuld, das Band zu Fimbultyr und deshalb die Fähigkeit, das Schicksal zu bestimmen, verloren haben. Die erste der Nornen ist die der Vergangenheit namens Urd oder auch Wurt, was so viel bedeutet wie „das Wort“. Die zweite der Nornen, die Norne der Gegenwart, heißt Werdandi, „das Werdende“. Sie erfreut sich am Treiben der Menschen, hilft den Schwachen und blickt streng auf die Hochmütigen. Die dritte Norne hat im Gegensatz zu ihren Schwestern das Antlitz einer alten Frau, sie ist die unerbittliche der drei, und ihre Aufgabe ist es, über die Notwendigkeit zu entscheiden, wer sterben soll. Sie ist die Norne der Zukunft und trägt ein steinernes Herz in der Brust. So nimmt sie die Leben der Menschen, indem sie die Todesrune ritzt.

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Tuiscon – aller Deutschen Vater


Germanische Schöpfungsgeschichte

Am Anfang, bevor die Welt entstand, gab es das Reich des Nichts, genannt Ginungagap, wo der allmächtige urgottartige Weltgeist Fimbultyr herrschte. Im Norden lag das eiskalte Niflheim und im Süden das feuerheiße Muspelheim. In Muspelheim herrscht der Feuerriese Surtur, welcher in der Götterdämmerung, bekannt als Ragnarök, eine entscheidende Position im Kampf gegen die Asen einnimmt. In Niflheim entspringt die Urquelle Hvergelmir, deren Wasser sich mit seinen 11 Strömen namens Eliwagar in die tiefen Abgründe Ginungagaps ergoß und dort aufgrund der Eiseskälte gefror. Seit der Weltenbaum, die Weltenesche Yggdrasil, ausgewachsen ist, ragt eine seiner drei Wurzeln über Niflheim und damit auch über die Quelle Hvergelmir hinweg.[1]

Allmählich brachten die auf Ginungagap einwirkenden heißen Funken aus Muspelheim das Eis zum Schmelzen; aus dem Tauwasser und dem Rauhreif erstanden der Urriese Ymir, auch Örgelmir genannt, und die Urkuh Audhumbla. Audhumbla leckte drei Tage lang an einem salzigen Eisblock, aus welchem der Urriese Buri hervorging. Dessen von ihm allein gezeugter Sohn namens Bör war der Vater der ersten germanischen Götter des Asengeschlechtes. Zur gleichen Zeit als Buri geboren ward, gebar Ymir zwei Kinder, von denen die Tochter Bestla hieß. Bör und Bestla gebaren folglich drei Söhne von göttlicher Kraft und Gestalt. Diese waren die ersten Asen Wodan nordger. Odin), Vili (auch Hönir) und Ve (auch Lodur, Loki). Sie gelten als die drei Schöpfungsgötter der germanisch-nordischen Mythologie; denn als es nun zum Kampf zwischen den Asen und den Riesen um die Herrschaft kam, erschlugen die Asen den Urriesen Ymir und schufen aus seinem Fleisch die Erde, aus seinem Blut das Meer, aus seinem Hirn die Wolken, welche unter dem aus des Riesen Schädel entstandenen Himmel standen. Die Knochen wurden zu Bergen, die Zähne zu Steinen, so wie die Augenbrauen ein Wall gegen das Meer wurden. Der Leib wurde in den Abgrund Ginungagap gestürzt und füllte diesen von nun an.

Die Sterne schufen die Götter aus den Funken Muspelheims. Die Riesin Nott und ihr Gemahl Dellinger hatten einen Sohn namens Dag. Tag und Nacht entstehen dadurch, daß nachts Nott auf ihrem Pferd Hrimfaxi und tagsüber Dag auf dem Pferd Skinfaxi vorüberreitet. Einst lebte ein Mann namens Mundilföri, der es wagte, seine Kinder Mani und Sunna mit den Asen zu vergleichen, so daß die Asen die beiden Kinder als Gestirne an den Himmel stellten. So reiten sie ähnlich wie Dag und Nott auf ihren Pferden Frühwach und Allgeschwind über den Himmel, stets verfolgt von den beiden grimmen Wölfen Sköll und Hati, welche von den Riesen entsandt waren, um die lichten Gestalten zu vernichten. Schließlich wollten die Götter sich ein Ebenbild schaffen, welches Wohlgefallen finde an dem nun vollkommen ausgestalteten Midgard, und so schufen sie aus Ask (Esche) und Embla (Ulme) Mann und Frau. Wodan gab ihnen Geist und Leben, Hönir Verstand und Bewegung und Loki letztendlich Gefühl, Sinn und Sprache. Diese beiden ersten Menschen sind die Urväter aller Völker germanischer Mundart.

Die Götter
Die Asen/Ansen („Die Säulen“)

Wodan oder Wotan, im nordgermanischen Raum auch als Odin bzw. Óðinn bekannt, ist der Göttervater aus dem herrschenden Göttergeschlecht der Asen. Der Name Wodan (Wotan) kommt von „hindurchwaten“, was sich auf die alles durchdringende Weisheit des Gottes bezieht. Das Wort Asen leitet sich von Ansen ab, was „die Säulen“ bedeutet. Sie sind die Säulen der Welt. Wodan hat ein achtbeiniges Pferd namens Sleipnir, einen Speer namens Gungnir, der immer wieder in die Hand des Allvaters zurückkehrt, sowie einen Ring namens Draupnir, was so viel wie „Tröpfler“ bedeutet. Das besondere an diesem Ring ist, daß jede neunte Nacht acht identische Ringe von ihm abgehen. Er steht für die Unendlichkeit. Der Thron Wodans heißt Hlidskialf und befindet sich oben auf Yggdrasill. Von ihm aus überwacht der Göttervater die Welt. Seine beiden Raben namens Hugin („der Gedanke“) und Munin („die Erinnerung“) teilen ihm ebenfalls vom Geschehen in der Welt mit. Die beiden Wölfe Geri (der Gierige) und Freki (der Gefräßige) sind Wodans ständige Weggefährten und vernichten, was sich ihrem Herren in den Weg stellt. Die Tatsache, daß Wodan lediglich ein Auge besitzt, ist darauf zurückzuführen, daß er einst, als sich das Ende der Welt, die Götterdämmerung anbahnte, ein Auge opferte, um aus Mimirs Brunnen der Weisheit zu trinken.

Loki ist der Bruder Wodans und zusammen mit ihm und Hönir der erste Ase. Er ist der Gott der Spieler und Gaukler, verrät die Asen und ist Urheber der Götterdämmerung. Er ist ein Unhold, der Schuld am Tode Balders, Nannas und letztendlich der gesamten Götter und Menschen trägt. Des weiteren ist er beispielsweise für den zu kurz geratenen Griff des Hammers Mjölnir verantwortlich, da er bei dessen Herstellung den Schmied in Form einer Bremse behinderte.

Der stärkste der Götter aus dem Geschlecht der Asen ist Donar (nordger. Thor), der Sohn Wodans. Sein Hammer heißt Mjölnir, der ausschließlich von Donar selbst geführt werden kann, und nach jedem Wurf in dessen Hand zurückkehrt.

Die Wanen („Die Schönen“)

Tyr ist der Kriegsgott. Sein Symbol ist das Schwert. Einige germanische Stämme verehrten ihn als obersten Gott, wie z. B. die Sachsen. Er verlor seinen rechten Arm, da er ihn als Pfand gab, um Fenrir zu fesseln.

Frija (auch Freya langobardisch: Frea) ist die Göttin der Ehe und Familie sowie die Gemahlin Wodans sowie die Mutter Balders.

Ragnarök


Nach der Überlieferung in der Sage Ragnarök bedrohten die Riesen Asgard, woraufhin ein Baumeister bei den Asen erschien. Sie verabredeten, daß der Baumeister Sonne, Mond und Freyja, die Frühlingsgöttin zum Lohn erhalte, wenn er es schaffe, eine derartig große Mauer in drei Wintern zu bauen, die kein Riese je erklimmen könne. Aufgrund der äußerst guten und schnellen Arbeit des Mannes waren die Götter besorgt, die drei zu verlieren, die sie dem Baumeister als Lohn versprachen. Das Pferd Swadilfari, ohne das der Mann sein Werk niemals vollenden könnte, wurde Ziel einer göttlichen List. Loki verwandelte sich in eine Stute und führte Swadilfari in den Wald. Als der Mann merkte, daß er sein Werk nicht mehr vollenden konnte, begann er die Asen zu verfluchen, woraufhin diese ihn erschlugen. Da merkten die Götter, daß er ein Riese war und erkannten seine List.

Als Balders Tod gedeutet wurde, zog Wodan durch die Welt und erhielt von allen existierenden Dingen einen Eid, daß sie Balder niemals schaden würden. Die Mistel war die einzige, von der man kein Leid befürchtete und die somit auch nicht vereidigte. Nun erfreuten sich die Asen daran, mit ihren Waffen auf Balder einzuschlagen, da diesem ja nichts mehr passieren konnte. Der blinde Gott Hödur war der einzige, der abseits des lustigen Treibens stand, und so ging der hinterlistige Loki, der Balders Tod wünschte, zu Hödur und gab ihm einen Speer aus Misteln. Hödur schleuderte diesen auf Balder, in dem Glauben, er könne diesem nichts anhaben, doch er durchbohrte Balders Herz, der daraufhin tot zu Boden sank.

Mit ihm verschwand alles Licht und die Freude aus der Welt. Hödur, der seine Unschuld beteuerte, versteckte sich in einer Höhle, wo er allerdings den von Wodans jüngstem Sohn Wali entsandt Todespfeil empfing. Auf dem Begräbnis zersprang der Göttin Nannas Herz vor Trauer, und man legte sie zu Balder auf den auf dessen Schiff Hringhorn errichteten Scheiterhaufen. Balders Pferd wurde ebenfalls auf das Schiff geführt, wobei es willig mit gesenktem Kopf diesen letzten Weg mit seinem Reiter beschritt. Als letztes Geschenk gab Wodan seinem Sohn den Ring Draupnir. Doch die Götter vermochten nicht aus eigener Kraft das Schiff aufs Meer zu schieben, weshalb sie das Riesenweib Hyrrodin zu Hilfe riefen. Diese stieß das Schiff so heftig an, daß Feuer aus den rollenden Walzen fuhr. Da hob Donar seinen Hammer, um ihren Schädel zu zertrümmern, doch die anderen Götter baten ihn, das Weib am Leben zu lassen. Die Götter betrachteten das gewaltige Schauspiel, bis das Schiff gänzlich im Meer versunken war.

Frigg kam nicht über den Tod ihres geliebten Sohnes hinweg und bat darum, daß jemand nach Helheim reite, um Balder gegen ein Lösegeld einzufordern. Der Bote Hermut entschloß sich dieser Bitte Folge zu leisten und ritt auf Sleipnir über die Giöllbrücke nach Helheim, wo er auf Modgudr traf. Als diese sah, daß der Götterbote auf Sleipnir geritten kam, ließ sie ihn passieren und wies ihm den Weg zur Hel. In den Hallen Hels angekommen, wurde er freudig von Balder und Nanna begrüßt. Nachdem er ihnen reichlich erzählt hatte, wie es um die Götter stand, trug er Hel seine Kunde vor. Hel jedoch meinte, wenn die Götter in der ganzen Welt ein einziges Lebewesen oder einen einzigen Gegenstand fänden, der nicht um Balder weint, so bliebe dieser für immer in ihrem Schattenreich. Balder gab dem Boten Draupnir mit, den er seinem Vater Wodan überbringen sollte. Frigg entsandte Boten, und alle weinten um Balder außer einer Riesin in einer Höhle, die sich nicht erweichen ließ. Diese Riesin jedoch war in Wirklichkeit Loki.

Lange Zeit hatte sich Loki nicht mehr bei den Göttern blicken lassen, und erst beim Gastmahl in Ägirs Halle, dem Donar nicht beiwohnte, zeigte er sich. Er erschlug Ägir, nachdem dieser seinen Becher nur halb gefüllt hatte, floh und verspottete die Götter nach seiner Wiederkehr.

Die Götter beschlossen, Loki festzuketten, damit er kein Unheil mehr anrichten könne. Wodan erblickte ihn von seinem Thron Hlidskialf aus, als er gerade ein Netz knüpfte. Eilends ritten die Götter dorthin, doch Loki verwandelte sich in einen Lachs und sprang ins Wasser. Die Götter allerdings bedienten sich des Netzes und fingen Loki. Sie brachten ihn in den Hain der heißen Quellen und schmiedeten ihn mit Ketten, die sie aus den Sehnen seines Sohnes hergestellt hatten, an den Boden. Skadi band eine Schlange über Lokis Kopf, die ihm ätzendes Gift ins Gesicht spritzte. Sigyn, Lokis treues Weib, kniete sich neben ihn und fing die Säure mit einer Schale auf. Jedesmal, wenn die Schale voll war und ausgeleert werden mußte, tropfte die Flüssigkeit auf sein Gesicht. Wenn das geschah, krümmte Loki sich mit solcher Kraft, daß die Erde bebte. Das ist es, was die Bewohner Midgards ein Erdbeben nennen.

Der Fenriswolf und die Midgardschlange, die beide Kinder Lokis waren, wurden von den Göttern unschädlich gemacht. Erst gelang es den Göttern nicht, Fenrir mit normalen Ketten zu fesseln. Da ging der Allvater nach Schwarzalfenheim und ließ sich ein verzaubertes Band schmieden. Anschließend ging er zu Fenrir und sprach zu ihm, er könne diese Ketten gewiß nicht brechen. Dies stellte für den riesigen Wolf eine Herausforderung dar, doch war er aufgrund der Beschaffenheit der dünnen Kette mißtrauisch. Da trat der mutige Tyr hervor und gab seinen rechten Arm als Pfand. Sobald er seinen Arm ins Maul des Wolfes gelegt hatte, dieser jedoch nicht in der Lage war, die Ketten, die immer enger wurden, je mehr er zog, zu zerreißen, wurde dieser abgebissen. Die Midgardschlange wurde von Asgard aus ins Meer geworfen. Sie ist verantwortlich für die Wellen des Meeres, da sie wie ein Ring um Midgard liegt.

Doch schließlich kam der Tag, an dem der Fenriswolf und die Midgardschlange ihre Fesseln brachen, Surtur der Feuerriese auf dem Totenschiff Naglfar gen Midgard fuhr, und die Riesen und Götter gegeneinander anstürmten. Es war der letzte Tag auf Erden, der vom schwarzroten Hahn in Hels Hallen angekündigt wurde und Nidhöggr aus Nastrand an die Oberfläche kroch. Donar erschlug die Midgardschlange und Widar Fenrir, welcher zuvor den Allvater getötet hatte. Heimdall, dessen Horn die Asen zur Schlacht herbeigerufen hatte, stritt mit Loki. Die beiden starben zur selben Zeit, da sie gegenseitig ihre Herzen durchstießen. Tyr, der schrecklich in den feindlichen Reihen wirkte, starb, als ihm der Höllenhund Garm an die Kehle sprang, der jedoch selbst bei diesem Angriff von Tyrs Schwert durchbohrt wurde. Zudem verschlangen Sköll und Hati Sonne (→ Sunna) und Mond (→ Mano), so daß auch die himmlische Ordnung zerbrach. Zum Schluß kehrte Surtur in Asgard ein und vernichtete den heiligen Ort.

Quellenlage


Überlieferungen zur Germanischen Mythologie mit Schöpfungsgeschichte, den Weltenaufbau und die jeweiligen Götter finden sich insbesondere in folgenden Quellen:
  • Dichtungen des Codex Regius (bzw. Lieder-Edda);
  • Texte der Snorra-Edda sowie Snorris mythistorisches Werk Heimskringla

Weitere Quellen über die Thematik sind erhalten in:
  • Schriften antiker Autoren wie Tacitus (Annalen, Historien, Germania), Plutarch, Jordanes und Procopius (De bello Gothico);
  • die altnordisch-isländische Sagaliteratur sowie
  • die neun Bücher der Dänischen Geschichte Gesta Danorum des Saxo Grammaticus.

Der größte Teil dieser schriftlichen Überlieferungen, teilweise in Form von Mythen, Epen, Märchen, volkstümlichen Erzählungen oder Sprichwörtern, ist nordgermanischen, vornehmlich skandinavischen und isländischen, hingegen weniger mittel- und südgermanischen Ursprungs. Die Quellenlage ist heute spärlich. Ein Grund dafür mag sein, daß die große Bibliothek des kontinentalgermanischen „Heidentums“, welche Karl der Große sammeln ließ, dessen Sohn Ludwig dem Frommen, möglicherweise aus Gründen der Christianisierung, verbrennen ließ.

Die vorhandenen altgermanischen Überlieferungen entstammen anonymen Autoren der Sagaliteratur, in Adelskreisen verkehrenden Skalden oder wissenschaftlich orientierten Mythographen, Männern, die Felix Genzmer in einem Kommentar der Hymiskviða als Märenkenner, die Karl Simrock in seiner Edda-Übersetzung Gottesgelehrte (altnordisch goðmölugir) nennt. Durch die mündliche Überlieferung kam es dabei auch zu Überschneidungen und Mißverständnissen (siehe Nibelungenlied und Thidrekssaga). Isländische Mönche sollen vom 9. Jahrhundert bis ins 13. Jahrhundert durch Verfassung entsprechender schriftlicher Zeugnisse an der Überlieferung traditioneller germanischer religiöser und kultureller Elemente beteiligt gewesen sein. Gewiß wurde auf diesem Wege auch eine Einflußnahme im Interesse der Christianisierung ausgeübt.

Ãœberlieferungen von der britschen Insel

Die nordwesteuropäische Germanische Mythologie und Religion der Angeln, Sachsen und Jüten auf dem heutigen Gebiete der britischen Insel findet insbesondere Berücksichtigung in dem großen Beowulf-Epos, der Angelsächsischen Chronik sowie mehreren kleineren Werken. In diesen Texten zeigt sich regelmäßig eine religiös-kulturelle Affinität zu Skandinavien.

Ãœberlieferungen aus Kontinentalgermanien

Antike schriftliche Abhandlungen über Kontinentalgermanische Mythologie bzw. Religion sind die Germania von Tacitus und De bello gallico von Cäsar. Frühmittelalterliche Zaubersprüche und andere kleinere Werke bezeugen zudem Vorstellungen der kontinentalgermanischen Religion vor der Christianisierung. Christliche Quellen sind stark von Verachtung und Diffamierungswillen geprägt, können jedoch auch einzelne wertvolle Hinweise geben.

Ãœberlieferungen aus Skandinavien

Die reichhaltigste Überlieferung ist der Nachwelt über die nordische Mythologie erhalten. Allerdings sind die meisten hierauf bezugnehmenden Schriften während der Zeit der Christianisierung entstanden und somit davon entsprechend beeinflußt.

Die wichtigste Quelle stellt die eddische Mythologie dar. Dabei handelt es sich um hoch artifizielle Dichtung des mittelalterlichen Islands. Sie wurde im Zusammenhang mit der isländischen gelehrten mittelalterlichen Frühgeschichte bis ins 13. Jahrhundert hinein aufgeschrieben, bildet den Volksglauben dieser Zeit vermutlich nicht weitgehend genug ab. In den eddischen Dichtungen mischen sich vorchristliche und frühchristliche Vorstellungen hinein, die oft nur sehr schwer von den traditionellen völkischen Glaubensanschauuungen zu unterscheiden sind.

Die nordgermanische Götter-, Helden- und Schöpfungsmythologie wird
  • in der älteren, poetischen Lieder-Edda (auch Ältere-Edda oder unrichtig Sæmundar-Edda genannt) und
  • in der zweigeteilten, prosaischen Snorra-Edda (oder Prosa-Edda bzw. Jüngere Edda), in der mythologisches Wissen (in der Gylfaginning) und ein Lehrbuch für Skalden (die Skáldskarparmál) tradiert.

Auch die Lieder-Edda ist zweigeteilt:
  • in die Götterlieder (Göttermythen und religiös-philosophische Texte) und
  • die Heldenlieder (von denen die Helgakviða, die Guðrúnarkviða und die zum Kreis der Nibelungensage gehörenden Sigurðarkviða und Atlakviða die bekanntesten sind).

Bei den Götterliedern handelt es sich einerseits um Wissensdichtung, die umfangreiches kosmogonisches Wissen tradiert (Völuspá, Grímnismál, Vafþrúðnismál oder Baldrs draumar), andererseits aber um eine moralisch-ethisch belehrende Spruchdichtung (Hávamál). Die Heldenlieder berichten in drei unabhängigen Mythenkreisen von den heroischen Taten Helgis, Sigurðrs und Jörmunrekrs. Die Lieder-Edda enthält eine ältere und eine jüngere Schicht poetischer Götter- und Heldendichtungen, die auf eine alte Handschrift, den Codex Regius, zurückgehen. Der Codex Regius ist eine um 1640 aufgefundene Handschrift, welche die Dichtungen der Lieder-Edda enthält, und der aufgrund paläographischer und linguistischer Kriterien in das Jahr 1270 datiert werden konnte. Wahrscheinlich stammen die Texte des Codex Regius von dem Priester Sæmundar inn froði (dem Weisen), Islands erstem Dichter (1056 bis 1133), der diese Lieder selbst geschrieben oder gesammelt haben soll.

Moderne


Musik

Eine Renaissance erlebte die germanische Mythologie nach dem Zweiten Weltkrieg im musikalischen Bereich durch die Stilrichtungen des Viking Rock sowie später Pagan Metals. Die Bezüge zum Glauben der Germanen sind dabei oftmals aber nur sehr oberflächlich gehalten, vor allem Trink- und Schlachtenlieder nehmen einen großen Raum ein. Die weite Verbreitung der Musik steigerte auch das Interesse an den germanischen Glaubensvorstellungen in Europa und Nordamerika, wenngleich es sich nicht um eine wirkliche neuheidnische Bewegung handelt.

Kritisch betrachtet kann daher gesagt werden, daß die germanische Mythologie zu einem Kommerzprodukt mit dem Ziel der Bespaßung der Massen verkommen gelassen wird. Daß die Behandlung von germanischen Themen keinen allzu großen Stellenwert hierbei besitzen dürfte, zeigt sich vor allem daran, daß die meisten Neuheiden oder Pagan-Metal-Anhänger sich besonders von völkischen Ansichten distanzieren. Im Bereich des Neofolk finden sich zudem einige Gruppen, die sich oftmals auch auf das germanische Erbe beziehen und deutlich tiefer gehen.

Quelle: http://de.metapedia.org/wiki/Germanische_Mythologie
Der germanische Nachthimmel

  
von midgardnachrichten (2016)

Einleitung:

Wenn wir Nachts mit guten Freunden um ein Lagerfeuer sitzen, gemeinsam scherzen, gemeinsam feiern und das ein oder andere Horn leeren, dann vereint uns das mit unseren Ahnen.

Auch sie feierten schon gemeinsam unter dem Himmel Germaniens. Blicken wir hoch in die Sterne wie sie stolz am schwarzen Nachthimmel stehen, dann haben wir den gleichen Traumhaften Anblick wie ihn schon unsere Ahnen hatten…

Doch was verband man mit dem Nachthimmel und welche Sternbilder sind mit ihm verbunden. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Nacht über Germanien.

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Wie die Sterne und der Mond entstanden:

Als Odin und seine Brüder aus dem erschlagenen Ymir die Welt formten, nahmen sie seinen Schädel und formten damit die Wölbung des Himmels und sein Hirn warfen sie in die Lüfte und aus ihm wurden die Wolken. Doch der Himmel wirkte dunkel und leer, also nahmen sie Funken, die von Muspelheims Feuer herüber wehten und setzten sie an den Himmel. Diesen Sternen gaben sie Namen gaben und jedem wiesen sie seine Bahn.

Ein besonders großer Funken wurde als Mond gesetzt. Doch er stand leblos da und da erfuhren die Götter von einem überheblichen Riesen. Diesen nannte sich Mundilfari. Er behauptete, daß seine Kinder hübscher als alle Wesen aus allen Welten sind und auch seien sie hübscher wie die Götter.  Er war so überheblich und nannte seine Kinder Sonne und Mond. Als Strafe wurden sie an den Himmel gesetzt und müssen seit dem den Sonnen und den Mondwagen ziehen.

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Mani fährt deswegen mit einem von Pferden gezogenen Wagen über den Himmel. Seine Begleiter sind Bil („die Abnehmende“) und Hjuki („der zu Kräften Kommende“), die beiden Kinder von Vidfinnr. Mani nahm die beiden zu sich, als sie vom Brunnen Byrgir kamen. Sie halten den Eimer Sägr (altnordisch Sægr) und die Stange Simul in der Hand und sind als Mondflecken im Mond zu sehen.

Das Gespann wird immerzu vom Wolf Hati („Hasser”) verfolgt. Am Tag des Weltunterganges (Ragnarök) wird der Wolf es einholen und den Mond verschlingen. Einer anderen Überlieferung zufolge wird der Wolf Managarm („Mondfresser”) den Mond verschlingen und das dabei verspritzte Blut wird die Sonne verdunkeln.

Wer die Nacht ist und wie sie entstand:

Die Nacht wird uns von Nott gebracht. Sie ist eine dunkle Riesin und reitet auf ihrem Roß Hrimfaxi durch unser Land. Sie hat uns die nächtliche Finsternis gebracht und nun wacht sie über uns. Ehrerbürtig zeige sich, wem sie begegnet, denn sonst droht ihm ihr Zorn.
Wenn wir alle in der Schlafstatt ruhen waltet sie. Nicht mehr lange jedoch, dann wird sie ihren Sohn gebären: Dag, und er wird seiner Mutter nach reiten und das ersehnte Licht bringen. Nott wird dann schon hinfort sein. Hinter dem Horizont wird sie verschwunden sein, und alleine der Tau auf dem Gras, der ihrem Roß aus dem Maul tropfte, wird von ihrer schaurigen Anwesenheit zeugen…

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Generell zeigten sich die Germanen sehr ehrfürchtig vor der Nacht. In der Nacht waren viele Unholde unterwegs und man war froh, wenn man eine sichere Möglichkeit zum Übernachten fand. Selbst Thor der oft in Midgard unterwegs ist, sucht sich für die Nacht ein Lager.

Die Sternenbilder:

Nun kommen wir zu den Sternbildern. Von ihnen ist leider nicht viel bekannt. Man weiß nur, daß es gewiß viele Namen für die Sterne gab, welche ist aber nur schwer nachzuvollziehen. Ein Sternbild das uns durch die Edda überliefert wird sind die Augen des Thiazi.

Zu Thiazi folgende schöne Sage:

Wie die Götter Thiazi erschlugen:


Eines Tages verwandelte sich Thiazi in einen großen Adler und flog nach Midgard, da angekommen sah er Hönir, Loki und Odin, welche gerade einen Ochsen über dem Feuer brieten. Er bot seine Hilfe bei der Zubereitung an und nahm sich nach Fertigstellung der Mahlzeit die besten Stücke. Loki, darüber verärgert, schlug mit einem Stock nach ihm. Thiazi packte den Stock mitsamt Loki und schwang sich in die Lüfte. Für die Freilassung mußte man ihm versprechen, Idun und ihre Äpfel der Jugend zu ihm zu bringen. Loki lockte Idun durch eine Lüge zu ihm. Als die Götter merkten, daß Idun und ihre Äpfel, die der Götter Jugend erhielten, verschwunden waren, verdächtigten sie Loki und befahlen ihm, sie zurückzubringen. Loki verwandelte sich in einen Falken und flog nach Jotunheim, wo er Idun in eine Nuß verwandelte und sie mitnahm. Thiazi merkte es und nahm die Verfolgung als Adler auf. Kurz über den Mauern Asgards wurde Thiazi von den Göttern durch das Verbrennen seiner Flügel getötet.

Wie Skadi zu ihrer Rache kam:

Seine Tochter Skadi kam dann zu den Göttern und wollte Rache für ihren getöteten Vater. Sie kam nach Asgard, um seinen Tod sühnen zu lassen. Sie verlangte einen Ehemann sowie, daß sie zum Lachen gebracht würde. Die erste Bitte wurde ihr unter der Voraussetzung, ihren Zukünftigen nur anhand seiner Füße auszuwählen, gewährt. So wählte Skadi Njörðr anhand seiner Füße aus, obwohl sie auf Balder hoffte. Die zweite Bitte wurde ihr von Loki erfüllt, der sie mit einer Ziege zum Lachen brachte. Er band seine Hoden mit einem Band am Kinnbart der Ziege fest und begann eine Art „Tauziehen“. Überwältigt von diesem albernen Anblick, brach Skadi in schallendes Gelächter aus. Damit war sie mit den Asen versöhnt.

Odin selbst tat Überbuße, indem er ihres Vaters Augen an den Himmel warf, wo sie fortan als zwei Sterne funkelten.

Diese nennt man auch Auguthjaza , welche Sterne am Nachthimmel diese Sternenkonstellation bilden ist leider unbekannt…

Der Nordstern

Wenn wir nachts in den ewigen Sternenhimmel blicken, dann können wir den Nordstern sehen, immer fest an seinem Platz.
Dort ist Asgard, dort ist das Land der Götter. Dort stützt Yggdrasil den gewaltigen Himmel.
Dort steht, am höchsten Punkt der Welt und von Nebel umwoben, Walhall. Es ist die riesige Halle, in der Walvater Odin die Gefallenen aufnimmt. An seiner reich gedeckten Tafel sitzen sie und trinken gemeinsam. Solange Yggdrasil grün und gesund ist wird in Walhall gefeiert werden, und wir können die hell erleuchtete Halle am Sternenhimmel sehen..

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Der Iringsweg

Bifröst ist die magische Himmelsbrücke, die unsere Welt mit Asgard, dem Land der Götter im Nordhimmel, verbindet. Auf ihr lodert ein ewiges Feuer, das Riesen und andere Unholde davon abhält, sie zu betreten.
Am Tage sehen wir Bifröst als schimmernden Regenbogen, doch was ist in der Nacht? Ist die Asen-Brücke dann verschwunden?

Nein! Auch in der Nacht zeigt sie uns, daß wir mit den Göttern im Bunde stehen. Heute nennt man sie gerne „Milchstraße“, doch ihr alter heidnischer Name ist „Iringsweg“. Ihre kunstvollen Verzierungen aus reinem Gold funkeln uns wie tausend Sterne.
Iring bzw. Rig, dies ist der Name des Asen-Wächters Heimdall, wenn er auf Erden wandelt. Er wacht über die magische Brücke zum Götterland, am Tage wie bei Nacht. Und wir blicken hinauf in den Himmel und sehen ihr Leuchten… geht abends doch mal raus und schaut auch nach oben. Vielleicht könnt ihr den Iringsweg ja auch entdecken…

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Quelle: https://midgardnachrichten.wordpress.com/2016/04/06/der-germanische-nachthimmel/
Dies ist unsere Älteste Geschichte

  
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Wralda, der allein gut und ewig ist, machte den Anfang, dann kam die Zeit ; die Zeit schuf alle Dinge, auch die Erde (Irtha). Irtha gebar alle Gräser, Kräuter, Bäume, all das liebe und all das arge Getier. Alles, was gut und lieblich ist, brachte sie am Tage und alles, was übel und arg ist, brachte sie zur Nachtzeit hervor. Nach dem zwölften Julfest gebar sie drei Maide :
Lyda ward aus glühendem, Finda ward aus heißem und Frya aus warmem Staube.
Da sie bloß kamen, speiste Wralda sie mit seinem Odem. Od (Gottes Odem) trat zu ihnen ein und nun gebar jede zwölf Söhne und zwölf Töchter, eine jegliche Julzeit zween. Davon sind alle Menschen gekommen.
Lyda war schwarz, kraushaarig als wie die Lämmer ; gleich Sternen blinkten ihre Augen, ja des Geiervogels Blicke waren machtlos neben den ihren. Von Gesetzen wollte sie nichts wissen : ihre Taten wurden von ihren Leidenschaften gelenkt.
Finda war gelb und ihr Haar glich den Mähnen eines Rosses. Sie schrieb tausende Gesetze, doch sie befolgte nicht eines davon. Sie verabscheute die Guten um ihres Freimutes willen, doch den Schmeichlerinnen gab sie sich selber fast fort. Honigsüß waren ihre Worte, doch dem, der ihnen traute, war Unglück nah. Über alle wollte sie herrschen und ihre Söhne waren ihr gleich ; deren Schwestern dienten ihnen und einander schlugen sie (die Söhne) um die Herrschaft tot.
Frya war weiß gleich Schnee im Morgenrot, und das Blau ihrer Augen überwand das des Regenbogens. Wie die Strahlen der Mittagsonne glänzten ihre Haare, die so fein waren wie Spinngewebe. Ihre Speise war Honig und ihr Getränk war Tau, gesammelt aus den Blüten der Blumen.
Lichte Frya. Das erste, was sie ihre Kinder lehrte, war Selbstzucht ; das andere war Liebe zur Tugend ; und als sie jährig geworden, da lehrte sie sie den Wert der Freiheit kennen. »Denn«, sagte sie, »ohne Freiheit sind alle anderen Tugenden allein gut, um euch zu Sklaven zu machen, eurer Herkunft zu ewiger Schande.«
Milde Frya. Nimmer ließ sie Erz aus der Erde schürfen um Eigennutz, sondern wenn sie es tat, war es zu jedermanns Nutze.
Glücklichste Frya. Als sie ihre Kinder aufgezogen bis ins siebente Knie, da rief sie alle nach Flyland. Dort gab sie ihnen ihren Rat (Tex) und sagte :
»Laßt diesen euren Wegweiser sein, so wird es euch niemals übel ergehen.«

Quelle: Die Ura Linda Chronik